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Verlust der Schulklasse droht

Wegen geringer Azubi-Zahlen droht der Weggang der Berufsschulklasse „Kaufmann /- frau für Büromanagement“ / Firmen kämpfen für Erhalt

Tjard Busack hat im August des vergangenen Jahres seine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement bei Vion begonnen. Paul Grotenburg

Prignitz „Der Prignitz-Bonus ist aufgebraucht. Wenn jetzt nicht reagiert wird, dann fällt eine wichtige Ausbildungsmöglichkeit weg“, sagt Bettina Hagemann, Prokuristin bei Hagemann Dienste GmbH, gegenüber unserer Redaktion in aller Deutlichkeit. Damit bezieht sie sich auf die Situation, die derzeit am Oberstufenzentrum in Pritzwalk droht. Wenn sich nämlich für das neue Schuljahr keine 16 Auszubildenden für eine Klasse im Beruf „Kaufmann /- frau für Büromanagement“ finden, dann droht der Weggang dieses theoretischen Teils der Ausbildung aus der Prignitz. Um dieses Desaster zu verhindern, haben sich drei Prignitzer Unternehmer zusammengeschlossen. Die Vormark Kochkultur GmbH, Hagemann Dienste GmbH und Vion Perlberg gehen damit einen bislang eher ungewöhnlichen Weg. „Gemeinsam als Unternehmer betonen wir, wie wichtig dieser Ausbildungsberuf für Betriebe ist und appellieren an andere Firmen, sich stärker an der Nachwuchsgewinnung zu beteiligen“, sagt Roy Hartung, Chef der Kochkultur und Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren Prignitz, gegenüber unserer Redaktion.

Die jetzt drohende Situation hat sich bereits in den vergangenen Jahren angedeutet. Die Schulklasse des vergangenen Jahres besuchen derzeit sechs Auszubildende. In den Jahrgängen zuvor waren es zehn bzw. zwölf Azubis. „Wir haben da schon eine Ausnahmegenehmigung vom Schulamt gehabt“, erklärt Schulleiter Jan Meyerhoff vom Oberstufenzentrum in Wittenberge, das zu Pritzwalk gehört.

Trotzdem haben viele Firmen anscheinend nicht reagiert. Für das kommende Jahr scheint keine Besserung in Sicht. Bislang habe das Oberstufenzentrum eine Zusage von vier neuen Auszubildenden, so der Schulleiter.

Das soll sich nun ändern, deshalb setzten die drei Betriebe ein Zeichen. „Wir bieten zum neuen Schuljahr im August einen zweiten Ausbildungsplatz an“, erklärt Sylvia Pittack, Leiterin der Buchhaltung bei Vion. Roy Hartung bietet erstmals diese Ausbildungsmöglichkeit an. Sollte die geforderte Anzahl an Auszubildenden nicht erreicht werden, müssen diese ab August nach Neuruppin oder Nauen. „Das sind Wege, die für teilweise Minderjährige, nicht aufzunehmen sind“, erklärt Bettina Hagemann. Sollte die Schulklasse einmal den Weg in die Nachbarkreise gefunden haben, wird es noch schwieriger, irgendwann wieder eine solche in der Prignitz zu etablieren. Dann werden nämlich 25 Schüler für eine Neugründung benötigt. Diese Zahl zu erreichen sei fast unmöglich, sind sich die drei Unternehmer einig.

Gründe für die geringen Auszubildendenzahlen sind der demographische Wandel, die Geburtenrate und die vermeintliche Überqualifizierung der Schüler, wenn sie ihr Abitur absolviert haben. Viele wollen lieber studieren, als eine Ausbildung zu machen. Dennoch wollen die Unternehmen nicht den Kopf in den Sand stecken. Um auf eine Ausbildung zum „Fachmann jedes Büros“, aufmerksam zu machen, seien die Firmen auf den verschiedenen Jobbörsen unterwegs, sprechen Schulen direkt an und sie seien auch im Internet präsent, erklärt Sylvia Pittack. Die unterschiedlichen Branchen, aus denen die Betriebe sind, verdeutlichen, dass der Job des Kaufmanns für Büromanagement universell einsetzbar ist und es deshalb besonders wichtig sei, ihn hier in der Region zu erhalten, so Hartung. Über mögliche Lösungsvorschläge für die Zukunft haben sich die Initiatoren ebenfalls schon Gedanken gemacht. „Vielleicht lassen sich manche Ausbildungsgänge, in denen es thematische Überschneidungen gibt, für einzelne Fächer zusammenlegen“, schlägt Pittack vor.

Jugendliche, die sich derzeit in der Situation befinden, Gedanken über ihre Zukunft zu machen und interessiert an der Ausbildung sind, mögen sich an das Regionalcenter der Industrie- und Handelskammer in Pritzwalk wenden. Auch für das neue Schuljahr gibt es noch Ausbildungsplätze. Ansprechpartner ist René Georgius (03395 311780 oder rene.georgius@ihk-potsdam.de). Er vermittelt an die Unternehmen.

Paul Grotenburg, SVZ, Der Prignitzer, 23.05.2018, Seite 12

 

Landeswettbewerb im Melken

Strahlende Sieger: Jacqueline Brock, Sarah Marschner und Marleen von Podbielski (vorn, v. l.). Hinter ihnen Henning Jüngerink, Maria Marten, Sophie Schulze, Alexandra Rank und Domenic Ahrens, die ebenfalls beachtliche Leistungen zeigten. (© Isolde Koschenz)

Am 5. April fand in der Agrar- und Milchproduktion GbR Platkow im Landkreis Märkisch-Oderland der brandenburgische Melkwettbewerb statt. An ihm nahmen acht junge Melker/innen teil, die sich in den Disziplinen praktische Melkarbeit, Test auf Eutergesundheit (Milchzelltest) und einem Theorietest zur Milchproduktion einer erfahrenen Jury dem Wettbewerb stellten. Siegerin wurde Jacqueline Brock von der Fürstenwalder Agrarprodukte GmbH Buchholz, die als Beste Nachwuchslandwirtin aus dem Wettbewerb hervorging. Ihr folgten auf den Plätzen zwei und drei Sarah Marschner aus der Stadtgut Berlin Birkholz KG, Bernau/Birkholz und Marleen von Podbielski, Studentin.

Dieser Wettbewerb wurde vom Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft finanziell unterstützt, von der Lehr- und Versuchsanstalt für Tierzucht und Tierhaltung e.V. organisiert und unter aktiver Mitwirkung des Landeskontrollverbandes, des Landesbauernverbandes Brandenburg e.V. und des Rinderzuchtverbandes Berlin-Brandenburg durchgeführt.

Die drei Erstplatzierten vertreten Brandenburg auf dem 35. DLG-Bundesmelkwettbewerb, der Ende April im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Echem (Niedersachsen) stattfindet. Dieser verfolgt das Ziel, die überbetriebliche Ausbildung auf dem Gebiet des Melkens und die Vermittlung von Fachkenntnissen in der Milcherzeugung zu unterstützen. Weiterhin soll die Akzeptanz der Verbraucher für die Qualitäts­milcherzeugung sowie das Images der Landwirtschaft gefördert werden. Ein besonderes Dankeschön gebührt der Familie van Damme und dem Betriebspersonal der Agrar- und Milchproduk­tion GbR Platkow, die mit hohem Engagement für optimale Wettbewerbsbedingungen im Betrieb sorgten und zum Gelingen des Wettbewerbes beitrugen.(BauernZeitung, Isolde Koschenz, Ausgabe 16/2018
19. 04. 2018)

Azubis übernehmen Sparkasse

Vom 3. bis 6. April werden angehende Banker in drei Geschäftsstellen die Geschicke eigenverantwortlich in die Hand nehmen

VORSTANDSVORSITZENDER ANDRÉ WORMSTÄDT ÜBERGIBT DEN SYMBOLISCHEN FILIALSCHLÜSSEL AN DIE AZUBIS.

PERLEBERG: Für vier Tage übernehmen zehn Auszubildende der Sparkasse Prignitz nach Ostern drei Filialen, sind hier die Chefs, führen Kundengespräche bzw. beraten jene, managen den Servicebereich mit allem was dazu gehört – kurzum, die Filialen gehören ihnen.

In der Perleberger Karlstraße wird Lea Fanzlau die Geschicke leiten. Sie ist im zweiten Lehrjahr und dann die Chefin im Haus. Eine Herausforderung – „natürlich, aber auf die wir sehr gut vorbereitet wurden“, betont die angehende Bankkauffrau. Fast ein halbes Jahr „Trockentraining“ liegt hinter den jungen Frauen und Männern. An der Seite erfahrener Kollegen sind sie mitgelaufen, haben zugeschaut und sich auch schon selbst mal ausprobiert. Und auch Schule gehörte dazu, ergänzt Lea Marie Erchen. Sie ist im ersten Ausbildungsjahr. Der Service in der Pritzwalker Geschäftsstelle in der Marktstraße ist ihr Metier in der Woche nach Ostern. Ihre Aufgabe? Alles was eben unter Service fällt. Sie ist hinterm Schalter, wird Kundentermine für die Berater machen, Geld bestellen und … Vanessa Bergmann, ebenfalls 1. Ausbildungsjahr, trifft man als Kundenberaterin in der Wittenberger Geschäftsstelle in der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße an.

Was auf sie und ihre sieben Azubi-Kollegen zukommt, das wissen sie, „und nicht nur theoretisch“, gestehen die drei lachend. Dennoch werden die vier Tage schon etwas Besonderes, schließlich werden sie eigenverantwortlich eine Sparkassenfiliale führen. Doch gerade das mache es eben auch so spannend, wie der junge Bankernachwuchs gesteht. Sie können zeigen, was sie drauf haben und das stilecht und ohne doppelten Boden. Wobei, auf einsamer Flur lässt man sie nicht, fügt André Wormstädt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Prignitz, an. Doch die erfahrenen Mitarbeiter werden sich im Hintergrund halten. „Zudem ist keiner von uns allein in der Geschäftsstelle. Wir sind ein Team, da hilft einer dem anderen“, betont Lea Fanzlau. Da alle Azubis im Laufe der Ausbildung eben auch alle Bereiche der Sparkasse durchlaufen, dürfte das problemlos klappen. Nadine Grimm, Leiterin Vertriebssteuerung und Projektbetreuerin, ist da ganz optimistisch. Gleichso der Vorstandschef, denn nicht von ungefähr habe man im vergangenen Jahr den besten Azubi im Bereich der IHK Potsdam gestellt. Das spricht für eine gute, solide Ausbildung.

Die Azubi-Filiale allerdings ist eine Premiere. „Projekte im Zuge der Ausbildung gab es bei uns immer“, unterstreicht Nadine Grimm, „jetzt gehen wir einen Schritt weiter“, ergänzt André Wormstädt. „Selbstständiges, eigenverantwortliches Handeln sind gefragt und gefordert.“ Die Azubis sollen ihr bereits erworbenes bankfachliches Wissen im laufenden Geschäftsbetrieb einsetzen und mit Verantwortung umgehen. „Und das können sie“, ist sich der Vorstandschef sicher. Bei der Planung und Vorbereitung des Projektes waren bereits Ideen und Kreativität gefragt. In der Praxis dann nicht minder. Neben Teamgeist geht es dann vor allem auch um Kommunikation. Die Sparkasse ist ein Dienstleistungsunternehmen und den Beweis treten hier vom 3. bis 6. April auch schon die Azubis an. Na dann: Willkommen in den Azubi-Filialen.
(Doris Ritzka, SVZ, Der Prignitzer, 28.03.2018)

Digitale Medien im Ausbildungsalltag

SAVE THE DATE

Die bundesweite Roadshow ‚Digitale Medien im Ausbildungsalltag‘ macht im April Station im Land Brandenburg, am Vier-Länder-Eck zu Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern: Ausbildungsverantwortliche sind eingeladen digitale Lern- und Lehrkonzepte in Übungen zu erproben und zu erfahren, wie diese sie bei ihrer Arbeit unterstützen können.

Merken Sie sich die Veranstaltung am 25. April 2018 in Wittenberge bereits vor!

Veranstaltung:          Digitale Medien im Ausbildungsalltag

Datum:                       25. April 2018, 12:00-17:30 Uhr

Ort:                             VERITAS-Gewerbepark, Wittenberge

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), in Zusammenarbeit mit der BBZ Berufsbildungszentrum Prignitz GmbH und dem Oberstufenzentrum Prignitz, präsentieren am 25. April interessierten Ausbilderinnen und Ausbilder ausgewählte Medienkonzepte: In praxisorientierten Workshops lernen die Teilnehmenden drei Konzepte kennen, die die Lernortkooperation, den Wissensaustausch sowie die Optimierung von Prozessen in Ausbildung und Facharbeit unterstützen. Die Veranstaltung richtet sich an das Ausbildungspersonal aus Betrieben, überbetrieblichen Bildungszentren, Berufsschulen und Bildungseinrichtungen sowie andere Interessierte, die in der Berufsbildung tätig sind.

ANWENDERWORKSHOPS: Best-Practice-Fallbeispiele
www.kfz4me.de
Ein didaktisch-methodisches Konzept zur Entwicklung und Nutzung von Erklärvideos

Die Auszubildenden bearbeiten fachliche Aufgaben, erstellen Fachtexte und entwickeln einen MP4-Film über ihren Lösungsweg. Der fertige Film, ein Erklärvideo (Lernnugget) ist dann als offene Lernressource nutzbar und steht für Nachnutzungsszenarien im Modus des „Flipped Classroom“ zur Verfügung.

www.kompetenzwerkstatt.net
Unterstützung der Lernreflexion und Online-Ausbildungsnachweis

Das Konzept „Kompetenzwerkstatt“ unterstützt betriebliches Ausbildungspersonal dabei, Ausbildung arbeitsprozessorientiert und kompetenzfördernd zu planen, durchzuführen und zu überprüfen. Das Ausbildungsportfolio, ein Lernbaustein der Kompetenzwerkstatt, ermöglicht die Dokumentation, die Übersicht und die Reflexion des Gelernten. Dieses kostenfrei nutzbare Tool beinhaltet dazu einen Ausbildungsnachweis, der online geführt und ausgedruckt werden kann.

www.social-virtual-learning.de
Gemeinsames Lernen in der virtuellen Realität

Lernanwendungen mithilfe 3D-Visualisierungen, Augmented Reality und Virtual Reality unterstützen Lernende im Unterricht, virtuelle Maschinen zu erkunden und mit diesen zu interagieren. Die Teilnehmenden erhalten die Gelegenheit die Funktionen von Social Virtual Learning mithilfe einer 3D-Brille am Beispiel einer virtuellen Druckmaschine zu erproben.

ONLINE-ANMELDUNG

Melden Sie sich an!

Die Anmeldung ist per Online-Formular auf der Seite www.qualifizierungdigital.de/roadshow möglich.
Auf dieser Seite finden Sie darüber hinaus alle Informationen zum Programmablauf und zu den Workshopinhalten.

Koch-Schulmeisterschaft im Oberstufenzentrum

Mit kalter Gurken-Suppe zum Sieg

Nikola Jankulovski gewinnt die Koch-Schulmeisterschaft im Oberstufenzentrum / Nathalie Walther ist beste Restaurantfachfrau

Mit ruhiger Hand zieht Nikola Jankulovski dünne Fäden aus einer Karamellmasse und legt sie auf einem Teller ab. „Die sind für mein Dessert. Rosmarinpanacotta auf Heidelbeerspiegel“, sagt der 24-Jährige gestern in souveränem Ton, während er in der Lehrküche des Oberstufenzentrums in Wittenberge steht.

Da weiß er noch nicht, dass er knapp zwei Stunden später von der Fachjury zum Sieger der Schulmeisterschaft gekürt werden wird. Nikola ist 24 und stammt aus Mazedonien, wo er Gastronomie-Management studierte. Nun möchte er aber Koch werden, lernt die praktischen Fertigkeiten in der Kleinen Residenz am Tierpark in Perleberg. „Ich bin zufrieden wie es läuft. Ich habe ein gutes Gefühl, auch wenn ich anfangs wegen der Zeit skeptisch war“, sagt er kurz bevor seine Teller, wie auch die der fünf anderen Nachwuchsköche im dritten Lehrjahr, den 24 Gästen serviert werden. Als Vorspeise hat Nikola Jankulovski eine kalte Joghurt-Gurken-Suppe vorbereitet, zum Hauptgang kreiert er Kalbsbraten gefüllt mit Kräuterchampignons, Herzoginkartoffeln und Apfelrotkohl.

Die Schulmeisterschaft bildet gleichzeitig den zweiten Teil der Abschlussprüfung. Die Theorie stand bereits im Januar auf dem Plan. Nervös sind alle Jung-Köche, auch wenn es die meisten im Küchenstress verbergen können.

Mittendrin sind die Prüfer: Manuela Peters, Küchenmeisterin aus Kuhbier, die beiden Koch-Lehrer Annegret Sommer und Andreas Warmus und Sebastian Anwand. Der 19-Jährige war vergangenes Jahr noch selbst Prüfling und weiß am besten, wie es dem Nachwuchs gerade geht. „Es ist ungewohnt, die Arbeit anderer zu bewerten. Ich wollte das aber mal machen und habe deswegen im OSZ angefragt.“ Annegret Sommer umreißt einige der Kriterien, auf die die Prüfer Wert legen: „Wir achten auf die Vorbereitung des Arbeitsplatzes, die Arbeitstechnik, Sauberkeit oder auch das Anrichten der Teller. Außerdem überprüfen wir natürlich die Hygiene“. Deswegen konnten die Desserts zweier Köche letztlich auch nicht ausgereicht werden. „Sie waren mit rohen Eiern gemacht. Das geht natürlich nicht. Frau Peters hat kurzerhand Ersatz gezaubert“, erklärt Berufsschullehrer Reinhard Harfke den Test-Essern nach dem Menü. Natürlich hat dieser Fehler Auswirkungen auf die Bewertung.

Jedem Jung-Koch wurde im Vorfeld ein Warenkorb zur Verfügung gestellt. Die Zutaten darin stellte die Firma Chefs Culinar aus Lübeck, wie auch die Siegerpokale. „Wir sind seit vielen Jahren Partner des Oberstufenzentrums“, sagt der zuständige Außendienstmitarbeiter Hans-Ullrich Sieber, der auch zum Essen eingeladen ist.

Hochzeit auf den Tischen Die Tafeln hatten die angehenden Restaurantfachfrauen eingedeckt. „Motto ist ,Hochzeit’, wobei wir uns eine bestimmte aussuchen konnten, also Silber-, Goldene oder eben eine andere“, sagt Nathalie Walther. Die 19-jährige Wittenbergerin lernt im Vitalhotel ambiente in Bad Wilsnack. „Mir macht die Arbeit Spaß, das Team ist sehr nett und die Bezahlung fair“, lobt die junge Frau. Sie würde in den Betrieb bleiben können. Zusammen mit Lisa Maaß, die im Belo Horizonte in Perleberg praktisch ausgebildet wird, und Jenifer Paul (Hotel Germania in Wittenberge) umsorgt sie die Gäste. „Leider fehlt uns ein Abschlussprüfling krankheitsbedingt. Glücklicherweise springt Jenifer aus dem zweiten Lehrjahr ein“, erklärt Reinhard Harfke.

Kurz nach 14 Uhr steht fest: Nikola Jankulovski und Nathalie Walther haben die Jury am meisten überzeugt. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, bringt Nikola mit dünner Stimme hervor.

Reik Anton, SVZ, 23.02.2018

Weitere Impressionen von der "Koch-Schulmeisterschaft"

Freundlichst von Herrn A. Warmus zur Verfügung gestellt.

4. Karrieretag für Ausbildung und Beruf am Oberstufenzentrum Prignitz

Am heutigen Sonnabend, 17.02.2018, fand der diesjährige Karrieretag am OSZ Prignitz statt.
Die Veranstaltung, die ansässige Firmen und potentielle Auszubildende zusammenführen soll, war sehr gut aufgestellt. Die Flure und Räume des Oberstufenzentrums wurden zu Informationsständen umfunktioniert. 
Auch der schulische Ausbildungsbereich des OSZ wurde den Interessenten vorgestellt. 
Einige Jugendliche reisten gleich mit fertigen Bewerbungen an, die sie an Ort und Stelle übergeben konnten.

An dieser Stelle noch einige Impressionen von der gelungenen Veranstaltung.

Für eine Karriere in der Prignitz

Oberstufenzentrum sowie 60 Firmen und Institutionen wollen Jugendlichen bei der Berufsorientierung helfen

KÜNFTIGE HEILERZIEHUNGSPFLEGER TRAINIEREN AN EINER PUPPE DAS UMBETTEN VON PATIENTEN. Bild: RONALD UFER

Rund 60 Aussteller werden am 17. Februar von 10 bis 13 Uhr beim vierten Prignitzer Karrieretag im Oberstufenzentrum (OSZ) des Landkreises in Wittenberge ihr Lehrstellenangebot vorstellen.

Unter ihnen 16 Firmen und Institutionen, die erstmals dabei sind. Darunter die Stadt Perleberg, die Sigfried Nass GmbH, die KMG Bildungsakademie und das Zahnradwerk Pritzwalk. Da auch eine Reihe von Schülern aus Sachsen-Anhalt das OSZ besucht, ist mit Wellco Stahlbau Seehausen erstmals ein Unternehmen aus dem Nachbarland vertreten. Dennoch bleibt die Nachwuchsgewinnung für die Prignitzer Wirtschaft Hauptanliegen des Karrieretags.

„Die Rückmeldung von Unternehmen und Einrichtungen, die in den vergangenen Jahren vertreten waren, über Praktika und Ausbildungsverträge sowie die diesjährigen Neuanmeldungen zeigen, dass weiterhin ein Bedarf an Präsentation und Beratung vorhanden ist“, erläuterte Schulleiter Jan Meyerhoff. Die große Resonanz der Firmen hat auch mit dem in der Prignitz spürbaren Fachkräftemangel zu tun. Darauf haben Firmen und Institutionen der Region reagiert. Für das kommende Ausbildungsjahr wurden bereits mehr Lehrstellen gemeldet, als es Schulabgänger geben wird.

Parallel zum vom Jobcenter, der Agentur für Arbeit Neuruppin, der IHK Potsdam, der Wirtschaftsfördergesellschaft Prignitz, der Wirtschaftsinitiative Westprignitz, der Kreishandwerkerschaft, dem Prignitzer Netzwerk Schule-Wirtschaft, GenussGeist, LANDaktiv und den Wirtschaftsjunioren Prignitz unterstützten Karrieretag läuft der Tag der offenen Tür am Oberstufenzentrum.

Das OSZ stellt die vollschulischen Ausbildungsgänge von den Berufsschulen über die Fachoberschulen Soziales und Wirtschaft sowie der Fachschule für Sozialwesen bis zur gymnasialen Oberstufe vor. Ab September soll eine berufsbegleitende Ausbildung für Erzieher hinzukommen. Sie setzt einen Arbeitsvertrag mit einer entsprechenden Einrichtung voraus. Die Arbeitgeber stellen die Teilnehmer dabei für eine festgelegte Stundenzahl von der Arbeit frei. Ob diese Ausbildung wie vorgesehen erfolgen könne, hänge aber von den Anmeldungen ab, betonte Jan Meyerhoff.

Das OSZ erwartet, dass viele Jugendliche den Tag der offenen Tür wie in den Vorjahren dafür nutzen, ihre Bewerbungsmappen für eine vollschulische Ausbildung abzugeben oder wenn dies bereits erfolgt ist, noch offene Fragen zu klären.

Die Wirtschaftsjunioren bieten wieder einen Check der Bewerbungsmappen und entsprechende Beratung an. Auch Bewerberfotos werden angefertigt. Es gibt auch Möglichkeiten für individuelle Beratungsgespräche.

Auch die 80 Flüchtlinge, die fit für eine Ausbildung gemacht werden, können sich beim Karrieretag orientieren. Viele schließen im Sommer ihren Kurs ab. Ein großer Teil würde dann gern arbeiten. Bei denen, die eine Ausbildung anstreben, stehen Friseur, Kfz-Mechaniker, Elektriker und Bauberufe hoch im Kurs. Ronald Ufer

SVZ, Der Prignitzer, 02.02.2018

Projekt zur gesunden Ernährung

Unter den Mottos „Gesund und fit – wir machen mit!“ und „fix & fertig“ führten die Klassen ERZ15A und ERZ15B am  6.12.2017 ein Projekt durch. Thematisiert wurde dabei die gesunde und ausgewogene Ernährung. Dazu wurden insgesamt sechs Stationen aufgebaut, die im Vorfeld während des Unterrichts vorbereitet wurden.

Schülern zweier Berufsfachschulklassen bekamen Informationen vermittelt und konnten ihr Wissen bei einem Quiz testen.

Außerdem hatten sie die Möglichkeit, den Unterschied von Fertigprodukten und selbstgemachten Gerichten zu erschmecken und kamen in den Genuss von z.B. Smoothies und Low-Carb-Zimtsternen.

Das Projekt war ein voller Erfolg und hat allen Beteiligten Spaß gemacht.
                                                                                                                                               Laura Teek

Bildungsministerin am OSZ Prignitz

Schulleiter hat Wünsche an die Ministerin

SCHULLEITER JAN MEYERHOFF (2. V. L.) FÜHRTE MINISTERIN BRITTA ERNST DURCH DAS OBERSTUFENZENTRUM.HANNO TAUFENBACH

WITTENBERGE Bei diesen Worten wird Schulleiter Jan Meyerhoff genau hingehört haben: „Ich habe ein großes Herz für berufliche Bildung, weiß um ihre Bedeutung“, sagte Bildungsministerin Britta Ernst bei ihrem Besuch im Oberstufenzentrum Wittenberge (OSZ) am Mittwoch. Eine Gelegenheit für Meyerhoff und seine Kollegen, die guten Ausbildungsmöglichkeiten ihrer Einrichtung vorzustellen, aber zugleich auch auf Probleme hinzuweisen.

So sei es in einigen Bereichen unverändert schwierig, genügend Schüler für eine Klasse zu bekommen. Die Klasse der Hotelfachfrauen/-männer wurde vergangenes Schuljahr eingestellt, weil die erforderliche Zahl von 16 Schülern nicht erreicht wurde. Bei der Klasse der Friseure ist es ähnlich eng. „Zwar wurde die Schülerzahl verfehlt, aber das Staatliche Schulamt hat uns eine Ausnahmegenehmigung erteilt“, sagte Jan Meyerhoff. Das sei der richtige Weg. Man habe mit der Wirtschaftsinitiative Westprignitz und weiteren Partnern Aktionen wie den Karrieretag ins Leben gerufen, um für Lehrstellen zu werben. Nur wenn Betriebe eine duale Ausbildung anbieten, könne das OSZ die Klassen eröffnen.

Hier wolle man weiter ansetzen. Im April nächsten Jahres werde ein Workshop gemeinsam mit dem Hasso-Plattner-Institut an hiesigen Schulen starten. „Wir wollen wissen, wie ticken unsere Jugendlichen, welche Ausbildung und Berufswege wollen sie“, so Meyerhoff. Auch wolle man verstärkt im benachbarten Sachsen-Anhalt um Schüler werben.

Dabei geht es um mehr als nur um den Erhalt der Klassen am OSZ. Eine Ausbildung vor Ort erhöhe die Chance, dass die jungen Erwachsenen in der Region bleiben, so Landrat Torsten Uhe. Wenn eine Ausbildung wegbricht oder eine weit entfernte Schule besucht werden muss, steige die Gefahr, dass der Jugendliche die Region verlässt. Gefährdete Branchen seien der Elektrobereich und die Bäcker- sowie Fleischerzunft.

Ministerin Ernst machte klar, dass die Probleme nur im Zusammenspiel gelöst werden könnten. Eine flexible Klassenstärke sei die eine Seite, aber letztlich trage die Wirtschaft Verantwortung. Betriebe müssten ausbilden. Dann gebe es genügend Schüler.

Deutlich mehr Spielraum auf Seiten des Landes sieht das OSZ beim Thema Referendariat. „Wir sind auf jeden Referendar angewiesen“, betonte Jan Meyerhoff. Zwar gebe es in jedem Jahr Bewerbungen, aber das Staatliche Schulamt brauche zu lange für eine Entscheidung.

Meyerhoff und Kollegen nannten Beispiele in denen sich Bewerber für ein benachbartes Bundesland entschieden, das deutlich schneller auf die Bewerbung reagiert habe. Damit verliere die Prignitz mittelfristig eine Lehrkraft. Wie bei Lehrlingen sinke die Wahrscheinlichkeit, dass diese Fachkräfte zurückkehren.

Das OSZ wünsche mehr Flexibilität in dieser Sache. Wenn beispielsweise eines der zwei Fächer des Referendars nur an einer Schule eines anderen Kreises angeboten wird, sollte das kein Hindernis für eine Einstellung sein. Erst recht nicht, wenn Schulen und Referendar dem zustimmen. Britta Ernst und Vertreter des Schulamtes nahmen diese Hinweise auf.       
(Hanno Taufenbach, SVZ, 24.11.2017)

Karrieretag 2018 am 17.02.2018 am Oberstufenzentrum Prignitz

Betriebe rühren die Werbetrommel

Bisher haben sich 37 Unternehmen für den Karrieretag im Februar 2018 angemeldet

DIE FACHKABINETTE DES OBERSTUFENZENTRUMS WERDEN AM KARRIERETAG AUCH GEÖFFNET.REIK ANTON
 

WITTENBERGE Die Vorbereitungen für den Karrieretag am 17. Februar 2018 im Oberstufenzentrum Prignitz in Wittenberge laufen auf Hochtouren. „Bisher haben sich 37 Betriebe angemeldet. Die Frist läuft noch. Es werden aber nicht weniger Teilnehmer als früher“, sagte gestern Schulleiter Jan Meyerhoff beim Pressegespräch.

Die Messe richtet sich an Jugendliche, die sich über ihre berufliche Zukunft klar werden wollen. Besonderes Augenmerk wird auf die Berufsausbildung gelegt. „Wir haben auch einige Fachhochschulen dabei für das duale Studium, aber es geht vorrangig um die Ausbildung in Betrieben“, erklärt Meyerhoff den Ansatz des Karrieretages, der zum vierten Mal stattfindet. Deswegen sei die Veranstaltung eine gute Möglichkeit für Firmen aus der Region, sich und ihre Arbeit vorzustellen und so um den Nachwuchs zu werben. Dabei helfen auch Azubis aus den jeweiligen Betrieben, die über ihre Erfahrungen berichten. Natürlich gibt es auf Wunsch auch wieder Tipps und Anregungen zu Bewerbungsmappen. Alleinerziehende können sich über die Berufsausbildung in Teilzeit informieren, denn auch mit Kind ist eine Lehre möglich. Parallel zum Karrieretag öffnet das Oberstufenzentrum am 17. Februar von 10 bis 13 Uhr seine Türen, gewährt Einblicke in die Klassenzimmer und Fachkabinette. Schüler berichten vom Lernalltag. Ebenso können sich die minderjährigen Flüchtlinge, die am Oberstufenzentrum ihre Schulpflicht wahrnehmen, über Perspektiven informieren. Auch wenn die Gruppe sehr heterogen ist, wie es Jan Meyerhoff ausdrückt. „Einige können noch kein Deutsch oder sind Analphabeten. Andere haben in ihren Heimatländern schon eine berufliche Qualifikation erhalten.“

Die Organisation des Karrieretages ist auf viele Schultern verteilt. Neben dem Oberstufenzentrum und der Wirtschaftsinitiative Westprignitz (WIW), dem Netzwerk Schule-Wirtschaft des RWK Prignitz, sind auch das hiesige Jobcenter, die Agentur für Arbeit Neuruppin sowie die Wirtschaftsfördergesellschaft und die IHK Potsdam beteiligt. Von Verstimmungen mit letzterer könne keine Rede sein, antwortet Corina Sixt-Röppnack von der WIW auf die Frage, ob es Gespräche wegen des Karrieretages in Pritzwalk gab, der am 27. Januar an der Rochow-Oberschule stattfinden soll. Sowohl die Wirtschaftsinitiative Westprignitz als auch das Oberstufenzentrum hatten sich vor Monaten verwundert über diese Veranstaltung gezeigt, erfuhren sie doch nach eigenen Angaben aus der Presse vom Pritzwalker Vorstoß. „Wir haben aber mit der IHK darüber gesprochen, und wir sehen den Pritzwalker Karrieretag nicht als Konkurrenz. Wir arbeiten nicht gegeneinander“, so Sixt-Röppnack.

Das bestätigt René Georgius vom Regionalcenter Prignitz der IHK. „Viele Schüler und Eltern kommen aus Pritzwalk und Meyenburg schlecht nach Wittenberge, der Weg ist relativ weit. Deswegen wollten wir in Pritzwalk auch ein Angebot machen. Bisher stehen wir bei 40 angemeldeten Firmen“, so Georgius. Reik Anton
(SVZ, 22.11.2017)

Das Anmeldeformular für Firmen kann hier heruntergeladen werden.