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Was Theater alles bewirken kann!

Eine rosarote Inszenierung des Büchner Stückes „Woyzeck“

Freude, Entsetzen, Freiräume für Interpretationen, Schockierendes, Entfremdendes, Unterhaltung, Kreatives – Positives und Negatives.

Endlich nach zwei Jahren der Theaterabstinenz fuhren die Schüler*innen der Jahrgangsstufe 13 des Beruflichen Gymnasiums Wittenberge zu einer modernen Inszenierung in das Deutsche Schauspielhaus nach Hamburg. Im altehrwürdigen Gebäude erwartete die zukünftigen Abiturienten des OSZ Wittenberge das Drama von Georg Büchner „Woyzeck“, das auch gleichzeitig Prüfungsthema ist.

Die Aufführung übertraf die Erwartungen der Teilnehmer des Leistungs- und Grundkurses.

Georg Büchners Woyzeck, der aufgrund seines sozialen Standes und der gesellschaftlichen Umstände zum Opfer und Täter gleichzeitig wird, ersticht seine Lebensgefährtin Marie, mit der er ein uneheliches Kind hat. Er dient als Soldat, muss sich Geld hinzuverdienen, damit er das Leben seiner kleinen Familie finanzieren kann. Die Erniedrigungen durch seinen Hauptmann, die Menschenexperimente des Doktors an ihm und nicht zuletzt das Fremdgehen seiner Freundin bringen ihn zu dieser Tat. Die Frage nach der Zurechnungsfähigkeit der Hauptperson, unter solchen Bedingungen gehandelt zu haben, bleibt auch heute noch ein Thema.

Besonders ist die Theaterinszenierung auf jeden Fall gerade z. B. durch die Gestaltung des Bühnenbildes in rosarot, der Latex-Kostüme, der Handlungsabfolge in sich drehenden Räumen. Überzeugend und zum Nachdenken anregend sind die handelnden Figuren allemal, da sie als gehörnte Personen auftreten. Die gelungenen Schlagzeugsoli, die die jeweilige Variante der Gesamthandlung unterbrechen, ziehen jeden Zuschauer in seinen Bann. Das Szenario in der sich dreimal wiederholenden Szenenfolge variiert: Woyzeck ersticht Marie, Woyzeck bringt sich selbst um und zum Schluss bleibt das Messer auf dem Tisch liegen, denn es kommt keiner zu Tode. Viele kleine Details, die auch Verwirrung stiften, das wachende, beobachtende Auge zwischen den Szenen, das Drehen an der Uhr oder der an der Wand hängende Doktor.

Eine Inszenierung, die Emotionen und Diskussionen hervorruft. Es lohnt sich definitiv wieder ins Theater zu gehen. Es handelt sich gerade bei dieser Inszenierung um eine Aufführung, bei der die rosarote Brille abgesetzt werden muss, denn es gibt so viel zu entdecken, das hinterfragenswert ist.

Kerstin Richter

Schüler*innen der Gymnasialen Oberstufe am OSZ Prignitz sind viel unterwegs und erleben so manches überraschende Highlight

Bereits vor den Herbstferien besuchte der GK-Kunst 13 das Museum für Fotografie in Berlin. Die Helmut Newton Stiftung bietet mit seiner ständigen Ausstellung einen wundervollen Einblick in das Privatleben und das künstlerische Schaffen des großen Aktfotografen Helmut Newton. Somit war es für unsere Schüler*innen ein MUSS sich vor den Big Nudes auf dem roten Teppich „ablichten“ zu lassen. Dass Helmut Newton aber nicht nur Models fotografierte, sondern vor allem auch Persönlichkeiten aus Film, Politik und anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens, zeigt diese Ausstellung in großen Schwarz-Weiß-Formaten vor farblich abgestimmten Hintergründen. 

Aber auch aktuelle Fotografien mit eindrucksvollen Bildkompositionen, die die Einsamkeit der Menschen in der Gegenwart thematisieren, sind in diesem schönen Museum zu finden. 

Fotografie-Museum Berlin, direkt am Bahnhof Zoo, ist ein Tipp für alle, die auf Fotografie stehen.  Unser Fazit: Immer wieder toll!!!

                                                Liane Richter (Kunstlehrerin am OSZ Prignitz)

Im Team erfolgreich

Die Sozialassistenten im 1. Ausbildungsjahr hatten gemeinsam mit der Dozentin Stefanie Lorenz von der Bildungsgesellschaft mbH aus Pritzwalk einige teambildende Tage zum Kennenlernen. Die Schülerinnen und Schüler (SuS) duften sich in einem Lügenportrait auf eine untypische Art und Weise ihren Mitschüler*Innen präsentieren. Das war schon einmal ein gelungener Eisbrecher am Anfang. Im weiteren Verlauf folgten viele verschiedene kleine Teamaufgaben. Ob es darum ging ein gemeinsames Plakat zu entwerfen, blind zu zeichnen oder aus Luftballons den höchsten Turm bauen – Die SuS waren mit vollem Elan dabei und hatten ihren Spaß. Im Anschluss brachten die SuS die Luftballons sogar noch in die Kita „Schlaufüchse“, um den Kindern dort eine kleine Freude zu bereiten.

Das Highlight für viele SuS war allerdings erneut das Kartenspiel “Werwolf“. Im Klassenkollektiv in unterschiedliche Rollen schlüpfen und eifrige Diskussionen führen, ist eine besonders witzige und spannende Herausforderung für die meisten SuS. Wer ist ein Werwolf?! Wer lügt mich gerade an?! Diese Fragen stellt man sich bei diesem Spiel zur Genüge.

Das Projekt wurde im Rahmen des Projektes „Türöffner: Zukunft Beruf“ organisiert und durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg gefördert.

Die Türöffner Hann/Hückel 21.10.2022

Gemeinsam erfolgreich durch die Ausbildung

Das neue Schuljahr hat begonnen und etliche Klassen am Oberstufenzentrum Prignitz durften zu Beginn projektbezogen eine teambildende Maßnahme durchlaufen. Mit der freiberuflichen Coachin Katrin Rahnefeld verbrachten die jungen Erwachsenen ein paar schöne, produktive Tage. Es gab eine breite Mischung aus theoretischem Input und vielen abwechslungsreichen Spielen. Im Vordergrund stand das Kennenlernen der Klassenkameraden*Innen.

Die Schülerinnen und Schüler (SuS) haben im Laufe des Tages im Team erarbeitet, wie sie sich ihre Klasse wünschen bzw. wie die perfekte Klasse für sie aussehen soll. In einer Gruppenarbeit wurden gemeinsame Werte festgelegt und auf einem Plakat festgehalten. Im Anschluss wurden die Plakate noch einmal gemeinsam vorgestellt. Weiterhin wurde auch auf einzelne Kompetenzen genauer eingegangen, die für die Arbeit im Team wichtig sind. So standen „Kommunikation“ oder „Wahrnehmung“ vermehrt im Fokus. Die Schülerinnen und Schüler bekamen einen Zettel auf den Rücken und sollten ihren Mitschülern jeweils eine positive Eigenschaft mitteilen, welche sie besonders auszeichnet. Es stellte sich heraus, dass viele SuS es interessant fanden, wie sie von ihren Mitschülern*Innen wahrgenommen werden.

Das Projekt wurde im Rahmen des Projektes „Türöffner: Zukunft Beruf“ organisiert und durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg gefördert.

Die Türöffner Hann/Hückel 21.10.2022

Schulfest am OSZ Prignitz in Wittenberge 

Das gab es noch nie – ein Schulfest für das gesamte OSZ Prignitz. Nach zwei Jahren großer Entbehrungen durch die Corona-Pandemie sollte es einen Tag voller Spiel, Spaß und Spannung geben – und zwar am 16. Juni 2022. Der Wettergott meinte es gut – besser hätte das Wetter nicht sein können, ein Sonne-Wolken-Mix bot die idealen Bedingungen. 

Um dieses Schulfest zu planen und umzusetzen, schloss sich ein Organisationsteam aus Lehrern, Schülern, Jessika Muhs vom Kreisjugendring Prignitz e.V. und Michael Hann zusammen. Es wurden Ideen gesammelt, diskutiert und wieder verworfen. Es wurden Spendengelder akquiriert und zahlreiche Partner*innen angesprochen – die Resonanz im Vorfeld war großartig. Über 20 Aussteller konnten am Veranstaltungstag ihre Angebote präsentieren und luden zum Mitmachen ein. 

Mit einer kleinen Verspätung (eine Zugverspätung der anreisenden Pritzwalker Schülerinnen und Schüler) startete das Schulfest gegen 10.25 Uhr in der Turnhalle des OSZ. Marian Hoffmann sorgte mit Musik und Gesang für die richtige Stimmung, der Titel „Let me entertain you“ hätte passender nicht sein können. Nach der Eröffnungsrede durch Schulleiter Jan Meyerhoff verteilten sich die über 500 Schülerinnen und Schüler über das gesamte Gelände. Und überall gab es etwas zu entdecken.  

Angefangen beim virtuellen Schweißen in der Sporthalle, ein Workshop von Schöner Leben ohne Nazis zum Thema „Growing Digital Citizens – Jugend für ein demokratisches Netz“ oder ein Tanzworkshop angeleitet durch Frau Mostaller. Ein Blick nach draußen machte die vielfältigen Angebote des Tages deutlich. Ob Bogenschießen mit der Wildnisschule Schönholz, Yoga mit Personal Trainerin Stefanie Diete oder ein Cajòn-Workshop mit Rocco Prüter. Kreativ ging es bei den Kunstaktionen, der Fotoecke und dem Upcycling zu. Die Freiwillige Feuerwehr Wittenberge, das DRK Prignitz und die Polizei präsentierten Fahrzeuge und luden zum Mitmachen ein. Besonders beliebt war an diesem Tag der GoKart-Parcour mit der Rauschbrille der Polizei.  

Verteilt über das ganze Gelände fanden sich zusätzlich verschiedene Eventmodule. Wer schon immer einmal Bubble-Soccer ausprobieren wollte – konnte es tun und sich eine große durchsichtige Kugel überziehen. Der Menschen-Kicker sorgte genauso wie das „Bottle-Rodeo“ für viele Lacher. Ein Riesen-Kickertisch für 8 Personen und Fußballbillard konnten ausprobiert werden.  

Auf der „Straße der Demokratie“ präsentierten sich weitere Partner des Schulfestes, bspw. das SOS Kinderdorf, das Jugendforum Prignitz mit einem Tiny House und der Verein EvaMigra. Besonders schön war es auch, dass einige Partner aus überregionalen Regionen, wie z. B. der Landesverband Andersartig, Tolerantes Brandenburg oder die DGB Jugendbildungsstätte Flecken-Zechlin, den Weg in die Prignitz fanden und das Fest mit ihrer Anwesenheit und ihren Angeboten bereicherten.  

Wer keine Lust auf Aktivitäten hatte, konnte auf der Chill-Wiese auf Decken und Loungemöbeln entspannen, sich ein Eis vom Eiswagen Eisbär aus Weisen holen oder gleich etwas Gegrilltes von der Feuerwehr. Der 12er-Abiturjahrgang verkaufte Kuchen und Getränke, die Erzieher-Klasse 21B hatte eine Tombola organisiert.  

Die amüsante Modenschau der Abiturklassen 11 und 12 zog viele Zuschauer an und sorgte für gute Unterhaltung. Den Abschluss bildete eine Tanzeinlage der Bloody Black Jumpers. So ging ein etwas anderer Schultag am OSZ Prignitz in Wittenberge zu Ende.  

An dieser Stelle geht auch noch einmal ein Dankeschön an Jule Hensler und Jasmine Hoffmann für die Moderation an diesem Tag. Ebenfalls Danke an alle Schülerinnen und Schüler, die fleißig beim Auf- und Abbauen geholfen haben! 

Dieses Fest wurde unterstützt durch Fördermittel von dem Bundesprogramm „Demokratie Leben!“ und von Fördermitteln vom Landkreis Prignitz und dem Förderverein des Oberstufenzentrum Prignitz. 

Ein großes Dankeschön geht hiermit auch an unsere Sponsoren und Partner, ohne die dieses Fest nicht möglich gewesen wäre:  

Projektwoche am OSZ Prignitz mit Besuch aus Madrid 

von Links: Simone Ahrend, Diego, Florian

In der letzten Schulwoche findet an unserer Schule traditionell eine Projektwoche statt. Neben zahlreichen Projekten hatte die Projekt -gruppe „Kulturelle Vielfalt“ in diesem Jahr Besuch aus Spaniens Hauptstadt Madrid. Diego Carmena Cabarillas, Telekommunikations-ingenieur und Tubaspieler am Madrider Universitätsorchester, war zu Besuch in der Prignitz, um Deutsch zu lernen.  

Der Kontakt kam zustande durch ein 14-täiges Hospitationsprogramm an einer staatlichen Sprachenschule in der Nähe von Madrid, an dem ich im letzten Oktober teilgenommen hatte. Diego ist dort Schüler in der Gruppe A2 und war anscheinend begeistert von der Prignitz und der vorgestellten Schule, so dass er mein Angebot nutzte und das OSZ und unsere Region besuchte.  

Im Projekt „Kulturelle Vielfalt“, das von der Fotografin und Kommunikationsdesignerin Simone Ahrend geleitet wurde, war er genau richtig.  Es gab ihm die Möglichkeit, sein Land vorzustellen und seine Sprachkenntnisse  zu verbessern sowie Neues über die anderen Länder zu erfahren, die das Interesse der Schüler*‘innen geweckt hatten, wie z.B.  Indien, Südkorea, Afghanistan, Japan und die USA. 

Den Abschluss bildete eine kulinarische und farbenfrohe Präsentation der Ergebnisse, angefangen von Sushi aus Reis und Gemüse von Xenia Schulz über Teigtaschen und einem typischen Dessert von Zeynab und Amir Heydari bis hin zu Tortilla und Gazpacho von Diego.  

Natürlich war Diego nicht nur in der Prignitz unterwegs, sondern auch in Berlin, Hamburg, Schwerin und Wismar. Ich denke, er hat aus seinem Deutschlandurlaub viele schöne Erlebnisse mitgenommen und sehr  offene und freundliche Menschen getroffen, die ihn herzlich empfangen haben und ihn immer wieder gern begrüßen werden.  

Liane Richter 

Lehrerin am OSZ Prignitz 

…Amir und Laurenz

ENDLICH   WIEDER   MALORT 

Es gibt ja immer einige Hürden zu nehmen – Corona, finanzielle Mittel, Stundenplan – aber in diesem 2. Halbjahr haben wir es tatsächlich wieder geschafft, mit Schüler*innen des GK-Kunst 12 am hiesigen Malort in der Montessori Schule künstlerisch tätig zu werden.  

Das Konzept des Malortes nach Arno Stern bedeutet malen ohne jeglichen Kommentar, Kritik, Hinweise oder gar Zensur. In einem Raum ohne Fenster malten unsere Schüler*innen 14tätig im Wechsel in kleinen Gruppen und wurden vom Maldiener Rainer Trunk unterstützt. 

Das weiße Blatt, welches bemalt werden soll, stellt für einige Schüler*innen erstmal eine Herausforderung dar, da es keinerlei Aufgabenstellung gibt und so manche/r Schüler*in stellt sich die Frage: Was soll ich jetzt nur malen?  

Andere sind sofort bei der Sache und genießen offensichtlich die Freiheit, dass ihre Kunstlehrerin nicht hinter ihnen steht und Hinweise gibt. Es wird insgesamt als sehr angenehm und entspannend empfunden, dass es keinerlei Bewertung der Bilder gibt, die im Anschluss auch am Malort verbleiben und nicht etwa als Geschenk für den/die Freund/in oder Eltern verwendet werden können. Es geht darum, zum ursprünglichen kindlichen Malen zurückzufinden und sich dem künstlerischen Prozess ganz hinzugeben. 

Wir bedanken uns herzlich bei Rainer Trunk und der Montessori-Schule, dass wir in diesem Jahr wieder zu Gast sein durften. 

Liane Richter 

Kunstlehrerin am OSZ-Prignitz 

SCHÜLER*INNEN DES GK-KUNST 11 BESUCHEN DAS MUSEUM FÜR KUNST UND GEWERBE IN HAMBURG

 

Am 14.6.2022 besuchten 25 Schüler*innen des GK-Kunst 11 das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg. 

Nach zwei Jahren Corona-Pause haben wir es endlich wieder geschafft, die ständige Ausstellung, die Kunstwerke aus der Ägyptischen, Griechischen und Römischen Kunst, Gotik und Renaissance bis hin zur Klassischen Moderne zeigt, zu besichtigen. 

Das Museum empfängt uns mit einem modernen Kunstwerk; einer Lampe aus recycelten Materialien, wie z.B. Flaschen, Dosen etc. und  bietet neben der ständigen Ausstellung auch immer wieder aktuelle Ausstellungen, z.B. „DRESSED. 7 Frauen – 200 Jahre Mode“ oder auch ägyptische Plakat- und Graffitikunst, die wir sehr interessant fanden.

Beeindruckend fanden wir auch den Speisesaal der Siemens-Werke aus den 60ziger Jahren, der ganz in Orange gehalten ist sowie die Ausstellungsstücke der islamischen und ostasiatischen Kunst. 

Das Besichtigen der Musikinstrumente und Kleidungsstücke aus vergangenen Jahrhunderten rundete unseren Besuch in diesem außergewöhnlichen weitläufigen Gebäude mit sehr freundlichem Personal ab. 

                                                                                                    Schüler*innen des GK-Kunst 11

Studienfahrt „March of the Living“ – Auschwitz 

Im April 2022 nahmen 18 Schüler und Schülerinnen der 11. und 12. Klassen der gymnasialen Oberstufe zusammen mit zwei Lehrkräften an einer Studienfahrt nach Auschwitz teil. 

In Kooperation mit der Stadt Oranienburg und zwei weiteren Oranienburger Schulen ging es am 26.04.2022 erst mit dem Zug, dann mit dem Bus Richtung Krakau. Nach einer holprigen Fahrt und einem platten Reifen erreichten wir unser Hotel in Krakau am Dienstagabend. 

Am Mittwochvormittag fuhren wir mit dem Bus Richtung Auschwitz, wo wir an einer Führung durch das Stammlager Auschwitz I teilnahmen. Der Einblick in die Machenschaften und Gräueltaten des NS-Regimes war gewaltig. Heruntergekommene Barracken, Berge von Haaren, Schuhen und Prothesen ließen erahnen, wie katastrophal und herabwürdigend das Leben für die KZ-Häftlinge gewesen sein musste. Es machte auf jeden Fall einen Unterschied Auschwitz durch Bilder in Büchern zu sehen oder sich die damaligen Zustände live vor Ort anzuschauen. 

Führung durch das Stammlager I Auschwitz 

Am Donnerstag, den 28.04.2022, fand der „March of the Living“ statt. Ursprünglich war der „March of the Living“ ein Gedenkmarsch der Überlebenden KZ-Häftlinge, die dadurch das Vergessen der Taten der Nationalsozialisten verhindern wollten. Später wurde er öffentlich und seit einigen Jahren ist die Teilnahme auch deutschen Staatsbürgern gestattet. In diesem Jahr nahmen sechs ehemalige KZ-Häftlinge zusammen mit etwa 3500 Menschen teil. Israeliten sangen und Reporter aus verschiedensten Ländern übertrugen live den Gedenkmarsch. Daher war der Marsch vom Stammlager Auschwitz I zum Stammlager Birkenau II schon etwas Besonderes.  

March oft he Living – 3 km von Auschwitz I zum Stammlager II Birkenau 

In Birkenau bekamen wir dann das riesige Ausmaß der Vernichtung von Juden und anderen Minderheiten zu sehen. Für uns stand fest, die Größe von Auschwitz erfasst man nicht durch Bilder in Schulbüchern, sondern eine Vorstellung bekommt man eigentlich nur, wenn man einmal vor Ort war. Zudem fand eine Gedenkfeier in Birkenau statt, bei der ein Zeitzeuge seine Geschichte erzählte und viele weitere Personen darauf hinwiesen, dass diese Art von Geschichte sich nicht wiederholen darf. 

Am letzten Tag unserer Reise schauten wir uns die Stadt Krakau an. Wir bekamen eine Führung durch das jüdische Viertel und erhielten einen Einblick in das Leben der Juden in Polen. Im Anschluss ging es wieder in Richtung Heimat. Erst mit dem Bus und dann nach einer langen Wartezeit am Berliner Hauptbahnhof erreichten wir Wittenberge am frühen Samstagmorgen.  

Für uns steht fest, es war eine eindrucksvolle, gut organisierte Fahrt, die sowohl lehrreich war und auch Spaß gemacht hat.  

Die Schüler und Schülerinnen des Jahrgangs 11 und 12 

Schüler und Schülerinnen in Auschwitz Birkenau 

Claudia Ihl

Wie viel Fusel trinkt ihr?

Schüler vom Oberstufenzentrum Prignitz haben sich mit dem Thema „Komasaufen“ auseinandergesetzt

Eine Klasse vom OSZ-Prignitz hat andere Schüler zu ihrem Trinkverhalten befragt – und staunte nicht schlecht.

PRITZWALK Es fängt oft mit ein paar Bierchen zur Jugendweihe an und setzt sich auf Familienfeiern fort. Jugendliche erleben immer wieder, welch wichtige Rolle der Alkohol in unserer Gesellschaft spielt. Die Klasse der Berufsvorbereitung des OSZ Prignitz am Standort Pritzwalk hat sich deshalb mit dem Thema „Alkoholkonsum bei Jugendlichen“ auseinandergesetzt und diesen Artikel geschrieben.
Bei Kindern und Jugendlichen beobachten Experten zunehmend ein problematisches Trinkverhalten. Hier ist besonders das sogenannte Komasaufen, im Englischen auch Binge-Drinking genannt, gefährlich. Junge Menschen versuchen, sich in möglichst kurzer Zeit einen Rausch anzutrinken und nehmen gesundheitliche und soziale Folgen billigend in Kauf. Die Zahl der Fälle von Alkoholmissbrauch durch Kinder und Jugendliche, die letztendlich im Krankenhaus endeten, hat sich innerhalb der letzten zehn Jahre mehr als verdoppelt. (www.praxis-jugendarbeit.de)
Unsere Erfahrungen dazu sind unterschiedlich. Einige von uns betonen, dass Alkohol im Freundeskreis durchaus häufig getrunken wird, dass es aber möglich ist, sich dem Gruppenzwang zu entziehen und den Konsum abzulehnen.
Eine Umfrage unter 24 schon volljährigen Schülern an unserem OSZ ergab, dass etwa 20 Prozent ein problematisches Trinkverhalten an den Tag legen, da sie viermal oder mehr pro Woche Alkohol trinken. Damit liegt die Gruppe etwas über dem Durchschnitt in Deutschland, der für 18 Prozent der Bevölkerung einen riskanten Konsum ausweist (https://www.stiftung-gesundheitswissen.de) Viele Kinder und Jugendliche wissen scheinbar nicht, dass schon geringe Mengen Alkohol sehr gefährlich für ihre Gesundheit sein können, oder sie verdrängen die möglichen Folgen. Uns als Klasse beschäftigen besonders die Ursachen des problematischen Trinkverhaltens bei Jugendlichen. Alle sehen vor allem in der Vorbildfunktion der Erwachsenen, in entsprechenden Konsumtraditionen in der Familie, in der Alkoholwerbung und im unkontrollierten Medienkonsum Gründe dafür, warum Kinder und Jugendliche zur Flasche greifen.
Leider ist Alkohol überall in Deutschland, auch für Minderjährige, leicht verfügbar. Das deckte sich mit den Erfahrungen, über die Herr Richter von der Suchthilfe Prignitz e.V. bei einem Besuch in der Klasse berichtete. Er wies darauf hin, dass außerdem das Vergessen von Stress und Alltagssorgen, der Wunsch nach Anerkennung unter Gleichaltrigen und bei Jüngeren der Reiz des Verbotenen die Attraktivität von Alkohol bei Jugendlichen erhöhen.
Im Gespräch mit unserer Klasse stellte Herr Richter die Möglichkeiten zur Prävention und zur Suchtbekämpfung vor.
Wir kamen allerdings während der Diskussion zu der Erkenntnis, dass es nicht ausreicht, wenn die Eltern oder die Justiz Jugendliche dazu nötigen, sich mit ihrem problematischen Alkoholkonsum auseinanderzusetzen oder eine Therapie zu beginnen. Ganz entscheidend ist der Wunsch der Jugendlichen selbst, sich helfen zu lassen und der feste Wille, wieder in ein selbstbestimmtes Leben zurückzufinden.

Der Artikel wurde von der Klasse V 21.2 im Rahmen des ZiSCH-Projektes verfasst und heute, 11.05.2022 in der SVZ, auf Seite 8,veröffentlicht.

Zisch-Team gratuliert den Gewinnern

Schreibt, worüber ihr wollt. Versucht euch als Zisch-Reporter und schickt uns eure Texte und Fotos. Mit diesem Wettbewerb sind wir Anfang März in die aktuelle Zisch-Runde gestartet. Heute verkünden wir die Gewinner. Zisch-Reporter Lennart aus Rostock-Brinckmansdorf kann sich über einen Media-Markt-Gutschein freuen. Ebenso die Autoren der Berufsvorbereitungsklasse des OSZ Prignitz. Glückwunsch!

SVZ, 11.05.2022, Seite 8